Dienstag, 1. Oktober 2019

[Rezension] zu "Elfenkönig" (2)

Quellbild anzeigenTitel: Elfenkönig

Autor: Holly Black

Verlag: cbj

Seiten: 384

Erschienen: 22. Juli 2019

Genre: Fantasy

Preis: € 18,00 [D] (Hardcover)

ISBN: 978-3-570-16528-7






Sei so stark wie der König der Elfen selbst ...

Jude hat nur ein Ziel – als geheime Macht hinter dem Thron ihren Ziehbruder Oak, den wahren Erben des Elfenreichs, zu beschützen. Dafür hat sie Cardan, den neuen König der Elfen, an sich gebunden und zieht im Geheimen die Fäden. Die Geschicke von Faerie zu lenken, wäre schon schwierig genug. Doch Cardan tut alles, um Jude zu unterlaufen, selbst wenn die Faszination, die Jude auf ihn ausübt, ungebrochen ist. Als jemand Unbekanntes in Judes Umfeld offenbar Verrat plant, muss sie nicht nur den Verräter stellen, sondern auch ihre widersprüchlichen Gefühle gegenüber Cardan in den Griff bekommen, wenn sie nicht die Kontrolle über das Elfenreich verlieren möchte …


Autorenbild von Holly Black (©Sharona Jacobs)Magische Welten von Kindesbeinen an: Holly kam 1971 in New Jersey zur Welt und wuchs auch dort auf. Ihre Begeisterung für die Welt der Fabelwesen rührte von ihrer Mutter, die sie als Puppenmacherin und Malerin früh in diesen Bereich führte. Schon als Teenager fing Holly mit dem Schreiben an. Sie schrieb viele Gedichte und Bühnenstücke, sowie ein Buch, welches jedoch unter Verschluss blieb. Während ihres Studiums schrieb sie für medizinische Zeitschriften, brach das Studium jedoch für eine Karriere als Schriftstellerin ab. Ihren ersten Jugend- und Fantasyroman brachte sie 2002 heraus: "A Modern Faerie Tale", welcher begeisterte Kritiken erhielt.




Es hat nicht lange gedauert, bis ich nun auch "Elfenkönig" in der Hand hielt und sofort mit dem Lesen begonnen habe. Es hat kaum drei tage gedauert, bis ich es dann auch durch hatte und nun habe ich ein Problem, denn der nächste Band wird erst nächstes Jahr veröffentlicht und das dauert eeewig...

Naja, zurück zum Thema. Elfenkönig. Alleine das Cover hat mich schon angezogen wie sonst was. Ich hätte es auch so gelesen, da Blau meine Lieblingsfarbe ist, aber die in Wasser fallende Krone ist auch so schon unglaublich passend zur Handlung des zweiten Teils. Ich liebe es!
Der Schreibstil und die sichtlich angespanntere Atmosphäre, die im ersten Teil zwar auch schon enthalten war, aber durch Judes neue Position viel mehr in den Vordergrund gedrängt wird, hat sich dadurch nur noch verbessert. Sie kontrolliert zwar Cardan, der sich selbst einen Spaß daraus macht, ihre Befehle so weit es geht zu umgehen, jedoch hat sie genau deswegen wesentlich mehr Stress. Sie muss an allen Orten gleichzeitig sein und Entscheidungen für ein Land treffen, in der sie als Sterbliche normalerweise nichts zu suchen hat. Trotz ihrer Position, wird sie vom Volk nicht gerade nett behandelt und auch ihre Feinde am Hof machen sich einen Spaß daraus, sie zu demütigen und ihr weitere Baumstämme in den Weg zu rollen.
Doch sie gibt nicht auf.

"Es ist viel einfacher, sich etwas zu nehmen, als es festzuhalten."

Egal wie schwer es scheint, sie will nicht das verlieren, was sie sich so hart erkämpft hat. Aus diesem Grund versucht sie alles, wirklich alles, um den kleinen Oak später auf den Thron zu bekommen.
Alleine die Beziehung zu Cardan macht es ihr nicht gerade leicht. Er trickst sie aus, wo es nur geht und Jude hält mit eiserner Faust dagegen an, jedoch kommen sie sich dadurch immer näher. Sie hassen sich gegenseitig für das, was der andere einem mit den Seitenhieben und anderen größeren Verletzungen antut und dennoch können sie nicht voneinander ablassen. Eine solche Beziehung zwischen zwei Personen habe ich noch nie erlebt und gerade das macht sie so erfrischend und anziehend in meinen Augen.

Das Buch ist wirklich grausam, was Judes Leben angeht. Ich fühle an den meisten Stellen stark mit ihr und dann schafft die Autorin es, das Buch mit einem so gigantischen Cliffhanger enden zu lassen, dass bei mir die Nerven auf Hochspannung standen und ich angesichts der Ereignisse nur mit offenem Mund dasaß. Ich hätte ewig so weiterlesen können und bin dementsprechend traurig, dass der nächste Band erst Ende Mai nächsten Jahres erscheint.


Noch besser als der erste Teil - das ganze spielt nun auf einer ganz anderen Ebene. Es ist, als wären Jude und die anderen im ersten Band noch kleine Kinder, die Zoff miteinander haben, der nun zu einem erwachsenen Krieg ausgewachsen ist.


10/10

Dienstag, 3. September 2019

[Rezension] zu "Königsfall" (2)

Quellbild anzeigenTitel: Königsfall - Der Paladin

Autor: Jeff Wheeler

Verlag: HEYNEく

Seiten: 448

Erschienen: 08. Juli 2019

Genre: Fantasy

Preis: € 14,99 [D] (Paperback)

ISBN: 978-3-453-32017-8




Dies ist der zweite Teil der Reihe! Spoiler zum ersten Band werden enthalten sein!
Als junger Knabe kam Owen Kiskaddon als Geisel an den Hof des grausamen Königs Severn. Inzwischen ist Owen ein junger Mann und durch seine einzigartige magische Begabung in der Gunst des Königs gestiegen. Doch dann strebt ein Usurpator nach der Krone Severns und dieser ergreift daraufhin drastische Maßnahmen. Er setzt Elysabeth – die Enkelin eines adeligen Lords und Owens große Liebe – als Lockvogel ein, um seinen Gegner in die Knie zu zwingen. Owen ist hin und hergerissen: Soll er seinem König treu dienen oder für die Frau seines Lebens alles riskieren?


Jeff WheelerWall Street Journal-Bestsellerautor Jeff Wheeler zog sich schon früh von seiner Karrierelaufbahn bei Intel zurück, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er ist Vater von fünf Kindern und lebt mit seiner Familie in den Rocky Mountains.






Nachdem mich Owen Kiskaddon im ersten Band so faszinierte, brauchte ich schnell den zweiten Band, damit ich weit, wie es nach diesem unglaublich guten Ende weitergehen würde. Besonders dieses leichte Eintauchen in die Welt hat mir gut gefallen. Man konnte alles andere, was nicht zu dem Buch gehört, wunderbar ausblenden und einfach mal abschalten. Die "unbeschwerte" Kindheit ist mit seinen siebzehn Jahren aber nun vorbei und der junge Lord der Westmark zieht in seinen ersten Krieg und muss schwere Entscheidungen fällen. Dementsprechend hat auch die Spannung im Gegensatz zum ersten Band stark zugenommen und erzielt besonders gegen Ende des Buches einen plottwistreichen Höhepunkt.

Das kindliche aus dem Buch ist durch das jugendliche, fast schon erwachsene Denken des Hauptprotagonisten ersetzt worden und bietet ganz neue Möglichkeiten mit der Geschichte fortzufahren und genau dies hat der Autor auch ausgenutzt.
Man merkt, dass Owen älter geworden ist. Er hat sich mit seinem scharfen Verstand und seiner Gabe einen Namen in der Welt gemacht, jedoch ist sein Wesen nicht gänzlich geändert. Die kleinen Dinge zeigen, dass er der Junge war, der auch oft Owen Kachel genannt wurde.
Er baut noch weiter an seinen komplizierten Konstruktionen, doch seine Kacheln haben eine neue Bedeutung für ihn. Sie sind, wie auch das Wizarspiel, eine Quelle für seine Gabe geworden, die ihm in schier ausweglosen Situationen ein Platz für Konzentration sein kann. Seine Gedankengänge sind nicht mehr so stark beeinflusst durch andere Erwachsene und seine Sicht auf die Dinge, besonders was König Severn und Elisabeth angeht, haben sich weiterentwickelt. Er sieht die Dinge mit mehr Tiefe dahinter und denkt stärker nach, bevor er seinen Zug macht, denn er hat nun weitaus stärkere Gegner, als im ersten Band. Aber auch in Sachen Liebe macht er ganz neue Erfahrungen und das in all ihren Facetten. Wenn ich hier näher gehe spoilere ich, weswegen ich es gleich sein lasse ^^
Die Entwicklung von Owen ist hierbei wunderbar gelungen. Mir wurde beim Lesen nie langweilig und am Ende hing ich nur noch an den Zeilen.

Dadurch, dass die Geschichte kaum noch im Königreich von Severn spielt, hat man zudem Platz für neue Charaktere, die wieder sehr individuell herausgearbeitet sind und für neuen Wind in der Geschichte sorgen, die alles nicht mehr so träumerisch erscheinen lassen, sondern lebhaft. Und da Owen selbst so etwas wie eine neue Zeit einleitet hat die Geschichte das auch dringend nötig. Man merkt, je weiter das Buch voranschreitet, dass langsam eine neue Ära anbricht, die den finalen Band einleitet und Legenden schaffen wird.

Dementsprechend auch die Spannung. Man könnte sagen, dass alle drei Bücher eins wären. Das Erste ist die Einleitung. Die Welt wird gezeigt und man gewöhnt sich an die Charaktere. Das Zweite der Hauptteil, wo klar wird, in welche Richtung alles laufen wird und alle Fragen im finalen dritten Band geklärt werden, bei dem der Hauptteil in die große Auflösung übergehen.
Wenn das der Fall sein sollte, dann hat der Autor wirklich ganze Arbeit geleistet und hat mit den ersten beiden Büchern bei mir persönlich voll ins Schwarze getroffen.

Rundum eine gelungene Fortsetzung, die regelrecht Hunger auf den alles entscheidenden dritten Teil macht. Lest die Reihe!

10/10 ☆

Sonntag, 25. August 2019

[Rezension] zu "Elfenkrone" (1)

Quellbild anzeigenTitel: Elfenkrone

Autor: Holly Black

Verlag: cbj

Seiten: 512

Erschienen: 19. November 2018

Genre: Fantasy

Preis: € 18,00 [D] (Hardcover)

ISBN: 978-3-570-16526-3





Sie sind schön wie das Feuer und gnadenlos wie Schwerter – bis ein Mädchen ihnen Einhalt gebietet ...
»Natürlich möchte ich wie sie sein. Sie sind unsterblich. Cardan ist der Schönste von allen. Und ich hasse ihn mehr als den Rest.Ich hasse ihn so sehr, dass ich manchmal kaum Luft bekomme, wenn ich ihn ansehe…«
Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: dazuzugehören, um jeden Preis. Doch die meisten Elfen verachten Sterbliche wie sie. Ihr erbittertster Widersacher: Prinz Cardan, der jüngste und unberechenbarste Sohn des Elfenkönigs. Doch gerade ihm muss Jude die Stirn bieten, wenn sie am Hof überleben will …


Autorenbild von Holly Black (©Sharona Jacobs)Magische Welten von Kindesbeinen an: Holly kam 1971 in New Jersey zur Welt und wuchs auch dort auf. Ihre Begeisterung für die Welt der Fabelwesen rührte von ihrer Mutter, die sie als Puppenmacherin und Malerin früh in diesen Bereich führte. Schon als Teenager fing Holly mit dem Schreiben an. Sie schrieb viele Gedichte und Bühnenstücke, sowie ein Buch, welches jedoch unter Verschluss blieb. Während ihres Studiums schrieb sie für medizinische Zeitschriften, brach das Studium jedoch für eine Karriere als Schriftstellerin ab. Ihren ersten Jugend- und Fantasyroman brachte sie 2002 heraus: "A Modern Faerie Tale", welcher begeisterte Kritiken erhielt.




Als das Buch erschienen ist, habe ich gar nichts anderes mehr gesehen als "Elfenkrone". Es hat mich irgendwie gestört, dass eine Elfengeschichte, die wirklich stark mit meiner Vorstellung von Elfen übereinstimmt (Ungefähr: Kreaturen, die Mischungen von verschiedenen Wesen sind und nicht lügen können - ich mag das nicht), so groß in der Bücherwelt vertreten ist, weswegen ich mich lange Zeit gegen dieses Buch gesträubt habe. Fast ein Jahr später landete es doch in meinen Händen und ich habe keine drei Tage gebraucht, um es zu beenden.

Die Einleitung an sich ist schon interessant und führt den Leser langsam in die Welt hinein, die ziemlich stark an Kinderbücher erinnert, jedoch für Jugendliche geschrieben wurde. Jude wird mit ihren Schwestern von einem Wesen mit katzenartigen Augen entführt und lebt von da an in Elfenheim, einer Welt, die der Menschenwelt verborgen ist.
Weil sie keine Elfenwesen sind, werden Jude und ihre Zwillingsschwester als minderwertig angesehen und behandelt wie ein Stück Dreck. Doch Jude lässt sich nicht unterkriegen und versucht mit jedem Atemzug dazuzugehören, obwohl es ihr von Prinz Cardan, dem jüngsten Erben von Elfenheim, sehr schwer gemacht wird. Daran bemerkt man aber auch, wie sehr sie es sich wünscht und das alles ihre Aktionen und Denkweisen nur noch sinnvoller erscheinen lässt, obwohl sie oft unüberlegt handelt. Sie ist stark und das merkt man immer mehr, je weiter das Buch voranschreitet.

Die Charaktere an sich sind sehr individuell. Jeder sieht komplett anders aus, was sie einprägsamer macht, und besitzt eine individuelle Persönlichkeit, sei sie nun egoistisch, grausam oder freundlich, was schon fast eine Seltenheit ist. Allein ihr Aussehen zeugt schon von einem gewissen listigen Charakter. Jeder ist mir in seiner eigenen schlimmen Sicht der Dinge ans Herz gewachsen. Das könnte zum großen Teil auch durch den ironischen Humor miteingeflossen sein, den ich in der Geschichte sehr liebgewonnen habe. Allein Jude habe ich schon durch den einzigen Satz im ersten Kapitel zu mögen begonnen.

Das Ende ist bis zur letzten Seite verworren geblieben und hat mich immer wieder selbst zum Denken angeregt. Ich bin total fasziniert von dieser Welt, die ihre eigenen Regeln hat, was man besonders am Ende erkennen kann. An dieser Stelle hat mich ihre Skrupellosigkeit doch ein wenig sehr geschockt. Diese Welt lebt von Konflikten und Hass, nicht von der Suche nach Frieden und einem ruhigen Leben sowie Freundschaft - Freundschaft existiert gar nicht. Und auch der Plottwist ganz am Ende hat mich dazu bewegt den zweiten Teil unbedingt lesen zu müssen.


Eine Welt, in der nichts ist wie es scheint. Die spannenden Wendungen und Charaktere, die voller List und immer wieder auf Rache aus sind, sorgen niemals für Langweile und für eine wundervoll dazu passende Atmosphäre. Rundum ein gelungener Beginn einer Reise von einer Außenseiterin, deren Weg noch lange nicht zu Ende ist.


10/10